reflections

Crush Crush Crush – Kapitel 3
Schon wieder?

 

 

 

 

 

Keine Ahnung wann, aber ich war wohl eingeschlafen.

Denn aufgeweckt wurde ich durch einen Schmerz der sich an meinem rechten Handgelenk breit machte und anscheinend nicht vorhatte sich vom Acker zu machen.

Wäre ja auch zu schön gewesen. Ich war ja nur krank und wollte verdammt noch mal auf einen anderen Planeten ziehen um endlich meine Ruhe zu haben. Vor allem aber deswegen um nicht noch mehr besoffene Toms um mich zu haben.

 

Meine Augenlider öffneten sich widerwillig und visierten den Wecker an der gerade mal neun Uhr morgens anzeigte.

Wo auch immer dieser Schmerz herkam, der Verantwortliche würde zu leiden haben, das schwor ich mir bei allem was mir heilig war.

 

Mein Riechorgan meldete sich und mit ihm mein Kopf. Dabei konnte ich mich weiß Gott nicht erinnern dass ich irgendwas Hochprozentiges in mich reingekippt hatte. Aber anscheinend doch so wie das hier nach Alkohol stank. Das war ja nur noch widerlich. Allerdings kam mir das Nuttenparfum doch nicht bekannt vor und ich bezweifelte das ich jemals so etwas tragen würde. So besoffen konnte ich gar nicht sein um so tief zu sinken.

 

Mein Kopf wanderte nach rechts um sich mein Handgelenk anzusehen. Und was ich da sah ließ mich ganz ehrlich an meinem Verstand zweifeln.

Das konnte doch wohl nicht wahr sein. Sah ich aus wie ein Steak oder was?

Das was den Schmerz verursachte war ein sehr gesundes Gebiss das im Kiefer meines Bruders steckte.

Denn dieser kaute auf meinem Gelenk herum als wäre ich ein Knochen und gab ab und zu schmatzende Geräusche von sich.

Aber so wie ich das betrachtete war der noch im Tiefschlaf, also war er ja nicht schuld.

 

 

Von wegen, was fiel diesem schwanzgesteuerten Subjekt eigentlich ein mich anzufressen? Bekam der nichts zu essen oder was? Oder hatte er zuviel Hannibal gesehen? Würde die Sache erklären, aber das war noch lange kein Grund mich anzufressen.

Ey, sollte er doch zu Georg gehen. Allerdings bezweifelte ich das mein armer Bruder dann ohne Magenverstimmung davon kam.

 

Aber wenn er so weiter machte dann hatte er bald keine Zähne mehr um mich anzufressen. Nicht weil meine Knochen so hart waren sondern weil ich sie ihm dann höchst persönlich aus der Fresse kloppte.

Darauf konnte er Gift nehmen.

 

Konnte ja wohl nicht angehen. Ich war doch kein Hühnchen das man mal eben anknabberte wenn einem danach war.

Und nur weil er mein Zwilling war hatte er auch nicht das Privileg.

Schwachkopf.

 

„Hör auf mich anzufressen verdammt!“ gab ich deswegen in einer gewissen Lautstärke von mir die ich sonst nur dann verwendete wenn mich ein paar tausend Weiber zukreischten und das Mikro einfach zu leise war. Sprich, bei einem Konzert.

 

Tom saß sofort senkrecht im Bett als hätte ich ihm mitgeteilt das Zimmer würde in Flammen stehen und auch meine Tür klatschte an die Wand als Georg nur mit Handtuch bekleidet – anscheinend frisch vom Duschen – darin stand.

Hinter ihm Gustav in einer mehr als peinlichen Schürze – Gott sei Dank sah das kein Fan – und mit einer Bratpfanne bewaffnet.

 

Der Blick von Tom ging ein Stück runter auf meine Hand und er hob fragend eine Augenbraue ehe er sie losließ und mich misstrauisch musterte.

„Wolltest du mich angrabbeln?“

WTF?

Egal was in der letzten Nacht mit ihm passiert war, sein Gebiss hatte seine Lebzeiten definitiv hinter sich.

 

„Sag mal hast du sie noch alle?!“ zischte ich und schnappte mir den nächst besten und schweren Gegenstand – in diesem Fall der Wecker - und holte aus.

Leider konnte Tom entwischen und so blieb mir nichts übrig als ihm das Teil nachzuwerfen. Leider Gottes traf ich nicht da Tom sich duckte. Dafür ging Georg zu Boden und mit ihm das Handtuch.

Es gab Dinge in meinem Leben die wollte ich nie wissen. Echt nicht.

 

„Scheiße verfehlt“ gab ich nur von mir und Tom sah mich vom Boden aus panisch an ehe ich das Grinsen anfing und ihn visierte.

So schnell hatte ich ihn noch nie auf den Beinen und laufen sehen.

Nur weil ich krank war hieß das übrigens nicht dass ich mich nicht bewegen konnte. Um genau zu sein bewegte ich mich genauso wie immer. Nur das mir halt nebenbei manchmal schlecht wurde.

 

Als ich an Gustav vorbei rannte schnappte ich mir seine Pfanne was mit einem empörten ‚Hey’ kommentiert wurde und verfolgte meinen herzallerliebsten Zwilling in die Küche wo ich in der Tür stehen blieb und ihn musterte wie er hinter dem Tisch in Deckung ging.

 

„Was bist du eigentlich so sauer?“ kam es von dort und meine Augenbraue wanderte Richtung Himmel.

„Du kommst besoffen nach Hause, machst mir nen Heiratsantrag während du meine Hand abschlabberst, bist zu blöd dich auszuziehen, stinkst mir mein Zimmer mit Alkohol und irgendeinem Flittchendiesel zu und dann hältst du dich für Hannibal höchst persönlich und mich für dein Opfer. Und da soll ich nicht sauer sein?“ katapultierte ich Richtung Tisch da ich Tom nicht mehr wirklich sehen konnte.

 

Das war ja wohl die Höhe mich so was überhaupt zu fragen. Der Junge hatte doch komplett den Arsch offen.

Nicht erst sein heute oder gestern sondern anscheinend schon immer. Wie dämlich konnte ein einzelner Mensch eigentlich sein.

Anscheinend war er hier derjenige mit dem Testosteron und ich der mit der Intelligenz. Was gut hinkam. Denn in Sache Intelligenz bewohnten wir verschiedene Planeten, ganz eindeutig.

 

Ich beschloss auf Zehenspitzen um den Tisch herum zu gehen und Tom einfach K.O zu schlagen um wenigstens einen Teil meiner Grippe wieder los zu werden. Funktionierte auch ganz gut, bis auf die Tatsache dass ich ihn nicht K.O schlagen konnte, da ich selbst auf dem Boden landete.

 

Das lag einzig und allein daran, dass Tom sich einfach auf mich geschmissen und mir die Pfanne aus der Hand genommen hatte.

Für irgendwas musste dieses Blech doch gut sein ey. Nicht mal seinen Bruder konnte man damit außer Gefecht setzen. Vielleicht war ich auch einfach nur zu blöd dafür.

 

„Es tut mir ja leid, aber willst du mich deswegen wirklich lynchen?“

Toms Gesichtsausdruck sprach Bände. Er hatte keine Ahnung was ich dachte. Dann wollten wir ihm das doch mal schonend beibringen.

„Nein, ich will dir nur die Zähne aus der Fresse kloppen damit du nie wieder auf die Idee kommst und mich anfrisst.“

 

Der Blick von ihm fragte eindeutig ob ich jetzt komplett geistesgestört war. Und nur mal so für die die es interessiert. Ja, war ich.

Geistesgestörtheit ist die Revolution. Irgendwann würden wir die Welt regieren und die anderen auf den Mars schicken.

 

„Geh runter von mir und wag es nicht mich anzusabbern“ murrte ich und stand auf nachdem Tom von mir runter gegangen war.

Gerade als ich mich wieder in mein Bett verkriechen wollte hielt er meine Hand fest und sah mich von unten herauf an da er irgendwie wieder auf dem Boden saß.

 

„Und?“

„Was?“

Man musste nicht erwähnen das ich keinen Peil hatte wovon er eigentlich redete.

„Willst du mich jetzt heiraten?“



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