reflections

Ich wurde wiedergeboren – Prolog

 

 

Und wenn ich groß bin,
dann brech ich dir auch das Herz.

 

 

 

 

Es war der 13. April vor drei Jahren. Draußen schien die Sonne und die Vögel zwitscherten was mir in diesem Moment am Arsch vorbei ging.

Es war der 13. April vor drei Jahren. Der Tag an dem Die mit mir Schluss machte um seine Freunde nicht zu verlieren die auch meine ‚Freunde’ waren. Und es war der Tag an dem meine Mutter mir erzählte das wir nach Nagoya ziehen würden.

 

Der Tag war meinerseits von Trauer geprägt. Der Umzug war mein geringstes Problem.

Das größte Problem war Die, der sich von mir trennte, obwohl er mich angeblich noch liebte.

Und zwar kam das so:

 

Die Schule war zu Ende und ich war mehr als froh darüber. Es war heiß und im Klassenzimmer herrschte eine stickige Luft von der ich Kopfschmerzen bekam.

Deswegen war ich umso glücklicher als ich das Zimmer nach dem Klingeln verlassen konnte. Und alles wäre an diesem Tag auch okay gewesen.

Wenn Die mich nicht an einer Ecke abgefangen hätte und sich mir nicht das Gefühl aufgedrängt hätte, das ich weglaufen sollte.

 

„Taka…ich…mach Schluss“

Dass meine Gesichtszüge entgleisten musste ich nicht extra erwähnen. Ich konnte in diesem Moment nicht begreifen warum Die mir so unwahrscheinlich wehtat.

„Warum?“

Das war die einzige Frage und auch die letzte die ich an Die stellte.

„Kaoru und die anderen…sind mir wichtiger“

Nach dieser Antwort drehte ich mich um und ging schweigend den Weg nach Hause und lief dem in die Arme das mich fast ein Jahr lang verfolgen sollte. Meiner Depression und dem Drang mich zu verletzen.

 

Kaum das ich zu Hause und in meinem Zimmer angekommen war brachen die Tränen aus mir hervor. Ich konnte nicht verstehen was ich falsch gemacht hatte das meine angeblichen Freunde so mit mir umgingen. Das Die so mit mir umging.

Ich wusste dass sie hinter meinem Rücken über mich tratschten. Weil ich nicht so war wie sie. Sie waren Visuals und ich…war eben ein Normalo. Ich hatte nicht das Geld und um ehrlich zu sein auch nicht den Mut um so wie sie zu sein. Und wenn ich mir ihren Charakter betrachtete wollte ich das auch gar nicht.

 

 

So war das damals.

Kaum zwei Wochen später zogen meine Mutter und ich von Tokio fort. Ich hatte mit Die und den anderen kein einziges Wort mehr gewechselt und war ihnen in der Schule aus dem Weg gegangen. Bei unserer Abfahrt sah ich sie das letzte Mal. Alle fünf waren da um sich von mir zu verabschieden. Doch statt eines netten Wortes brachte ich nur einen einzigen Satz über meine Lippen.

„Irgendwann werdet ihr dafür bezahlen“

 

Wahrscheinlich wusste keiner worum es ging. Denn ich glaube dass sie gar nicht wussten dass ich ihre hinterlistige Art schon lange durchschaut hatte, aber mich nicht getraut hatte etwas dagegen zu tun. Das ich es einfach stumm ertrug.

 

Heute glaube ich dass dieser letzte Satz zu ihnen, die Tiefe meiner Seele widerspiegelte. Das meine Seele eigentlich schon immer eine Kämpfernatur war und ich damals einfach nicht damit umgehen konnte.

Heute weiß ich, dass ich jemand bin, der sich durchsetzen kann und dafür sorgt dass er gemieden wird. Ich habe gelernt damit umzugehen.

Und wenn ich mal ganz ehrlich sein darf, ich bin stolz auf mich. Ich bin stolz es geschafft zu haben ihnen nicht mehr hinterher zu trauern. Und ich bin stolz, das ich auf eigenen Beinen stehe und so tolle Freunde habe.



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