reflections

Ich wurde wiedergeboren – Kapitel 2
S.O.S – Ich hatte ne unheimliche Begegnung!

Es ist besser für das was man ist gehasst zu werden,
als für das was man nicht ist geliebt zu werden!






Als wir im Café ankamen blieben wir alle stumm wie Fische und setzten uns nach draußen. Immerhin war es Frühling, da konnte man seinen Arsch ruhig draußen lassen. Und im Moment wehte auch kein Wind der uns dazu veranlasste uns um unsere Haare Sorgen zu machen. Uruha nahm unsere Bestellungen auf und verschwand nach drinnen um sie dem Kellner mitzuteilen während wir vier draußen sitzen blieben.
„Egal was er vorhat. Es ist bestimmt irgendwas unheimliches“ nuschelte Kai und wir sahen ihn an ehe ich eine Augenbraue hob.

„Na ihr könnt euch doch bestimmt noch erinnern als Mana ihn verlassen hat oder?“
Unsere Gedanken schweiften zu einem Zeitpunkt vor 3 Monaten ab.
Damals war es wirklich schlimm gewesen. Wir wussten ja alle das Uruha Trennungen nicht wirklich gut verkraftete. Aber eine Trennung, weil sein Freund sich in seine Schwester verliebt hatte schien ihm wirklich den Rest zu geben.
Uruha war der Sex auf zwei Beinen. Seine Schwester war so etwas wie…schwer zu beschreiben. Schön umschrieben kann man sie als Pottwahl betrachten. Als einen Pottwahl mit vielen Pickeln und Mischhaut die in der Sonne glänzt wie frisch geputzte Fensterscheiben.

Die Trennung kam für unseren Leader unerwartet und ohne jegliche Ankündigung. Das wussten wir daher, weil er es uns erzählt hatte. Und weil er Aoi eine Stunde davor am Telefon abgewimmelt hatte da dieser ihn gerade beim Sex störte. Von daher war da wirklich keine Ankündigung.
Ich persönlich fand das Mana so etwas wie ein schwarzes Loch war. Er zog alles und jeden der sich ihm näherte in seinen Bann um ihn dann zu verlassen und nur noch ein Wrack aus Gefühlen übrig zu lassen. Zumindest kam mir das bei Uruha so vor. Und bei Miyavi der mit mir in eine Klasse gegangen war.

Auf jeden Fall hatte Uruha das eben nicht verkraftet. Das äußerte sich leider Gottes nicht darin dass er stundenlang in seinem Zimmer hockte, Depressionen bekam oder das Haus nicht mehr verließ.
Bei Uru war das allgemein so das seine Trennungsschmerzen sich in eine unbändige Wut verwandelten der man ungern ausgesetzt war. Zumindest ging uns das so.
Dazu muss man sagen dass wir in diesen Momenten leider ziemlich ungern mit ihm befreundet waren. Denn das bedeutete dass wir ihm helfen mussten, bei was auch immer. Wir waren ja immerhin seine Freunde.

Uruha stand an diesem Abend bei Reita vor der Türe und dieser peilte Gott sei Dank sofort das irgendwas im Busch war. Denn siehe und staune, Uruhas Haare waren nicht gestylt. Und dann stimmte eindeutig was nicht.
So war es dazu gekommen das wir alarmiert wurden und unsere Hintern mitten im Winter zu Reita nach Hause bewegten um einen Schlachtplan gegen Mana zu schmieden. Das funktionierte auch ganz gut.
Über die Durchführung rede ich heute nicht mehr so gerne.

Es war so, dass wir alle hinter einer Hecke in Manas Garten saßen und warteten das der werte Herr seinen Arsch nach Hause schwang. Es schneite und war arschkalt. Ich glaube Kai war sogar kurz in eine Art Leichenstarre verfallen.
Zumindest bewegte er sich nicht mehr und war auch nicht wirklich ansprechbar.
Nachdem Mana mit seiner Karre angedüst kam und das Haus betreten hatte kamen allerdings die Lebensgeister zurück.
Und damit auch die Silikonaufkleber die wir mit Freuden – oder sagen wir Uruha hatte Freude daran – auf den teueren Metalliclack seines Autos klebten. Um dem ganzen auch noch die Krönung aufzusetzen ging Uruha einmal mit seinen Fingernägeln die ganze Fahrerseite entlang über den Lack.

Das war für ihn genug Rache.
Und wir waren froh wieder nach Hause zu können. Zumindest ich da am nächsten Tag eine Matheprüfung anstand.
Uruha freute sich über die gelungene Rache und war Gott sei Dank bester Laune.
Mana…ja der, der war absolut deprimiert und kam danach nicht mehr zur Schule. Vielleicht hatte Uruha ohne dass wir es wussten ihn auch mit einem LKW überfahren.


Bei dem Gedanken schauderte es uns alle und wir waren froh als Uruha wieder kam und wir somit Ablenkung hatten. Zwar nicht die Beste aber immerhin irgendeine.
Keine Ahnung wie lang wir nur Scheiße gequatscht und nebenbei unsere Eisschokolade gesoffen hatten aber irgendwann zuckte ich dermaßen zusammen als Reita auf den Tisch schlug.

„Spuck die Idee schon aus ey. Ich werd hier langsam kirre.“
Stimmte allerdings. Wenn Uruha schon einen Plan bezüglich Die hatte dann sollte er ihn auch rausrücken damit ich ihn entweder durchführen oder mich erhängen konnte.
Uruha zog an seiner Zigarette und nickte nur bedeutungsvoll ehe wir uns alle halb auf den Tisch hängten um zu beratschlagen. Sah komisch aus, war aber so.

„Na ja, ich hab mir überlegt. Er steht ja offensichtlich noch auf Ruki ne?“
Allgemeines Nicken.
„Und da hab ich mir überlegt, Ruki, was hältst du davon wenn du ihm noch eine Chance gibst?“
Meine Gesichtszüge entgleisten und ich zweifelte das erste Mal ernsthaft an Uruhas Verstand. Vielleicht wurden seine Gehirnzellen noch von Mana regiert. Oder er hatte sie sich wirklich wegpoppen lassen.

„Da find ich meinen Plan ja sogar noch besser! Genickbruch und gut is“ murrte Reita und ich grinste schief.
Reita war immer so. Keine Ahnung warum er so viel Wert darauf legte das mich keiner antatschte aber ich fand das praktisch. So musste ich mich wenigstens nicht mit unliebsamen Verehrern oder Verehrerinnen rumschlagen.

„Nein, ich mein doch nur so. Und nach einer Weile verlässt du ihn wegen…ähm….Reita!“
Die Idee war so selten dämlich das sie schon genial war.
Wäre eine Überlegung wert, allerdings gab es da ein kleines Problem.
„Bevor ich mich von dem antatschen lass spring ich lieber mit Mr. Nakashima in die Kiste“ knurrte ich und ließ mich wieder richtig auf meinen Stuhl fallen genauso wie die Anderen auch.

Damit war Uruhas Plan als gescheitert erklärt und wir schwiegen vor uns hin.
Allerdings brauchte ich einen Plan und das so schnell wie möglich. Vielleicht war Uruhas Plan doch nicht so schlecht.
„Und was ist wenn Ruki ihm einfach nur das Herz bricht. Ich meine…sagen wir mal Ruki hätte einen Freund, das würde Die doch sicher in den Wahnsinn treiben“ sprach Kai vor und ich hob eine Augenbraue.
Der Plan war ja schön, nur mit dem Unterschied das ich keinen Freund hatte und auch nicht vor hatte jemals wieder einen zu haben.

„Da braucht Ruki keinen Freund, da reicht Rei vollkommen aus. Ich meine, Die kann ihn eh nicht leiden und andersrum wahrscheinlich genauso wenig, oder?“ warf Aoi ein und guckte fragend zu Rei.
„Ich hasse ihn“ kam es zurück und Reitas Gesichtsausdruck verfinsterte sich.
„Gut, ihr beide hängt ja eh aufeinander. Das wird ihn schon beschäftigen.“

Wo Aoi Recht hatte, hatte er allerdings Recht. Die konnte es anscheinend nicht ab das ich mich mit Reita gut verstand. Und vorhin waren wir nicht mal so miteinander umgegangen wie üblich. Von daher ein toller Plan.

„Gut, jetzt wo das geklärt ist könnten wir klären was wir heute Abend machen. Wer ist für Club abchecken und saufen?“
Uruha sah erwartungsvoll in die Runde und war anscheinend mehr als glücklich als gleich drei von uns die Hand hoben. Kai natürlich nicht.

„Wir haben morgen Schule. Und ich muss noch lernen. Ich bleib zu Hause“
War klar. Wir konnten ja hellsehen weil unsere Ärsche Kristallkugeln waren. Von daher war die Frage eigentlich überflüssig gewesen.
„Gut. Ruki, empfiehlt uns sicher was Gutes“
Öhm…Gott ey, warum ich?
„Desire. Das is gut. Und der einzige Club wo ich mir um meinen Arsch keine Sorgen machen muss“

„Ach das musste dir in anderen auch nicht solang Reita da ist. Ihr seid doch so ein tolles Paar“ gab Aoi Augenbrauen wackelnd von sich während Rei und ich synchron die Augen verdrehten.
„Schnauze“ kam es auch gleichzeitig von uns und ich zündete mir zur Stressbewältigung eine Zigarette an.
Aoi war manchmal einfach nur furchtbar. Immerhin bildete er sich ein das Reita und ich das perfekte Paar waren. Wir beide waren absolut anderer Meinung. Aber die schien unser guter Rythmusgitarrist geflissentlich zu übersehen.

„Dann treffen wir uns um 20 Uhr bei uns in der WG“ beschloss Reita kurzerhand und ich nickte nur.
Die brauchten ihren Arsch ja nicht bewegen. Ich musste ja aus der Pampa kriechen um irgendwo anzukommen.

Nachdem wir gezahlt hatten trennten sich unsere Wege bei der S-Bahn und ich stieg in meine ein um möglichst schnell zu Hause zu sein.
Denn das Problem was ich noch nicht gelöst und das am schwerwiegendsten war, war immer noch jenes: Was zur Hölle soll ich heute Abend anziehen?

Ich stieg bei meiner Station aus und ging den Weg nach Hause. Alles halb so wild, hätte mich von hinten nicht jemand festgehalten und zu sich rumgedreht.
Ich war mir sicher ich würde demnächst noch an einem Herzinfarkt krepieren. Das war doch einfach nur noch unhuman was die hier alle mit mir machten. Ich rauchte verdammt noch Mal. Da waren die Arterien eh schon verstopft genug.
Mein Gesicht nahm einen resignierenden Ausdruck an als ich die Person erkannte die mich so erschreckt hatte. Kyo!



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