reflections

Ich wurde wiedergeboren – Kapitel 3
Eins, zwei, drei…versteckt mich!

Ich brauche keinen Sex,
das Leben fickt mich jeden Tag!





Während ich unter der Dusche stand und es genoss mal fünf Minuten meine Ruhe vor Gott und der Welt zu haben, machte ich mir Gedanken wie es weiter gehen könnte.
Immerhin war ich ziemlich klein.
Und nein, ich redete nicht von Die und den Anderen.
Ich redete davon wie die Jungs und ich nach Hause kamen wenn wir so viel Promille im Blut hatten das wir sogar vergaßen wo wir überhaupt wohnten.
Das war im Moment mein einziges Problem. Gleich nachdem wie meine Haare heute werden sollten.

Nachdem ich mich fertig gereinigt hatte stieg ich aus der Dusche und plüschte mich in ein Handtuch ehe ich mich im Spiegel besah.
Zumindest waren bei mir im Gegensatz zu Kaoru keine Augenringe so tief wie Krater im Gesicht. Von daher war ich eigentlich guter Dinge das ich gut aussah.

Ich hopste in meine Shorts und stiefelte aus dem Bad Richtung Zimmer wo ich mir einfach die Zigarette klaute die Reita gerade in der Fresse hängen hatte und ein Unschuldslächeln aufsetzte.
„Moah, das war meine, ey!“
„Ich weiß, und jetzt gehört sie mir“

Damit stiefelte ich zu meiner heiligen Kiste und öffnete diese wo ich darin herum wühlte. Immerhin brauchte ich auch Schmuck. Und was lag da näher als meine überdimensionale Schmuckkiste zu durchsuchen? Eben, gar nichts.
„Du Rei sag mal…wie kommen wir heute eigentlich nach Hause?“
Ich fand ja die Frage war berechtigt. Vor allem deswegen weil mir noch keine Lösung eingefallen war.

„Ich hab ganz ehrlich gesagt keine Ahnung. Aber ich verlass mich da jetzt mal auf Aoi das dem was Brauchbares einfällt. Und im Notfall pennen wir einfach im Club unterm Tisch“ grinste er mich an und ich musste einfach lachen.
Die Vorstellung alleine war schon einfach zu geil. Einfach herrlich.

„Und wenn du dich jetzt nicht bald beeilst kommen wir schon wieder zu spät“ murrte Reita und ich verdrehte gespielt genervt die Augen.
„Ja, ja. Ich mach ja schon. Ich brauche Zeit. Immerhin muss ich mich seelisch darauf vorbereiten“
„Worauf denn? Das wir wieder alle rum rennen wie die letzten Idioten und morgen aussehen wie frisch aus dem Grab ausgeschaufelt? Das müsstest du doch jetzt inzwischen kennen oder nicht?“ grinste Reita und wackelte mit den Augenbrauen.

Mit Murren und Knurren verzog ich mich samt Schmuck wieder ins Bad und knallte die Türe zu ehe ich in meine Klamotten kroch und den Schmuck anlegte.
Zuerst die Haare dann das Make up. Sonst lief das nur wieder darauf hinaus dass ich mich hundert Mal neu schminken musste.

Gedacht getan und ich begann damit meine Haare mit Haarspray und Fön zu vergewaltigen bis sie so saßen wie ich das wollte.
Dauerte Gott sei Dank bei mir nie lange. Denn meine Haare liebten mich bekanntlich und taten das was ich von ihnen verlangte. Wenn man es genau sah, liebte mich heute anscheinend alles. Sogar Kyo. Obwohl das wohl weniger beruhigend als angst einflössend war.

Nachdem meine Haare so lagen wie ich mir das ausgemalt hatte begann ich mich zu schminken. Und in diesen Momenten war ich mehr als froh nicht so ewig wie Uruha zu brauchen, aber eben dennoch lang genug das andere wahnsinnig wurden.
Das äußerte sich meistens darin das mir von irgendwem die Badezimmertüre halb eingehämmert wurde. So wie gerade von Reita.

„Ruki, verdammt! Wie lang dauert das denn noch? Ich müsste nämlich mal pissen“

Ein Grinsen schlich sich auf mein Gesicht ehe ich mich räusperte und meine Augen mit Kajal umrandete.
„Die Tür is offen du Genie. Geh halt“ rief ich zurück und betrachtete Reita durch den Spiegel der gerade das Badezimmer betrat.
„Raus“
„Das is mein Bad“ gab ich ruhig von mir und amüsierte mich prächtig.

Ein Quietschen verließ meine Lippen als Reita mich an den Hüften packte und vors Badezimmer trug ehe er die Tür hinter sich zuschmiss.
Hatte ich schon mal erwähnt dass ich es liebte ihn zu provozieren? Nein? Ich liebte es ihn zu provozieren.
Vor allem wenn er dann diesen gestressten Gesichtsausdruck bekam. Der stand ihm einfach nur unheimlich gut. Und da war ich bestimmt nicht allein mit meiner Meinung.

Keine fünf Minuten später durfte ich wieder in meine heiligen vier Wände und schminkte mich zu Ende ehe ich wieder zurück in mein Zimmer ging und mich neben Reita schmiss.
Dieser starrte mich kurz an und grinste dann.
„Du hast mal nicht ewig gebraucht und siehst trotzdem gut aus. Respekt! Bin stolz auf dich“
Man musste jetzt nicht anmerken das ich mir verarscht vorkam oder?

„Mach dich nicht über mich lustig. Wie spät haben wirs?“
„Halb acht“
Meine Augen wurden groß und ich starrte ihn entgeistert an.
Dem war aber schon klar das wir um acht an der WG sein mussten oder?
„Ja, ja…is mir klar. Jetzt komm schon“

Ich guckte ihn erstaunt an und Rei brach einfach so in Gelächter aus. Himmel, was machte ich falsch? Der konnte ja sogar noch Gedanken lesen. Das war unheimlich. Da hätte ich doch lieber noch ne Runde mit Kyo gequatscht.
„Es ist leicht deine Gedanken zu erraten wenn du sie laut aussprichst“

Damit wurde ich am Handgelenk hochgezogen und die Treppen runter.
Ach hatte ich das laut gesagt?
Na ja, sollte vorkommen.

Wir schlenderten gemütlich – wir kamen eh immer zu spät – die Straßen entlang und von weitem sah ich schon zwei Personen vor dem Hauseingang stehen.
Eine die ziemlich gestresst wirkte da sie von einem Bein aufs andere trat und eine andere die lässig an der Wand lehnte und rauchte.
Man musste jetzt auch nicht erwähnen das erstes Uruha und zweites Aoi waren.
Aoi war schon immer der, der sich nicht mal Sorgen machte wenn seine Mutter vier Wochen nicht anrief obwohl sie ihn sonst jedes Wochenende nervte.
Die Begründung lag einfach darin das er die Hoffnung nicht aufgab irgendwas zu erben sollte seine Mutter doch verstorben sein. Klang boshaft, war aber so.

„Wo wart ihr so lange?“ fauchte uns Frauchen auch gleich an und Aoi brach in Gelächter aus.
Warum das nun schon wieder so war kapierte ich nicht. Reita anscheinend auch nicht, denn der guckte mindestens genauso verwirrt aus der Wäsche wie ich.
„Verloren! Her mit der Kohle“ grinste Aoi und hielt die Hand auf wo Uruha ihm einen Schein in die Hand drückte.

„Ihr habt gewettet dass wir zu spät kommen?“ brachte ich ungläubig heraus und Aoi zuckte mit den Schultern.
„Glaubt mir, ihr Beide macht mich reich“
Na toll, und was sahen wir davon bitte?
„Wenn er sich mal ein Auto kaufen sollte und den Führerschein hat darf er uns dafür rumfahren“ flüsterte mir Reita ins Ohr und ich grinste.
Ou ja, unser persönlicher Bediensteter. Man musste dazu mal sagen das Aoi im Anzug eine wahnsinnig gute Figur machte.
Das konnte ich bestätigen. Immerhin hatte ich ihn so schon mal gesehen. Das war zwar ne Beerdigung, aber immerhin. Wobei man auch erwähnen sollte dass wir Beide uns nur aufs Essen gefreut hatten. Das war immerhin das Beste an so ner Kacke.

Auf dem Weg zum Desire wurde ich Zeuge von Uruhas Weiblichkeit. Sprich, ich erfuhr genau das Loreal Kajal schwarz war und der von Manhatten dunkelgrau aber als schwarz verkauft wurde. Faszinierend wenn man heraus fand womit seine Freunde sich in ihrer Freizeit beschäftigten. Obwohl es manchmal etwas gruslig war, aber darüber konnte man hinweg sehen.

Wenn man es sich genau betrachtete waren wir eigentlich alle alles andere als normal. Wir waren verrückt, bekloppt und absolut geistesgestört.
Und ich glaube das war auch der Grund warum die Weiber so scharf auf uns waren. Wenn ich an einen bestimmten Vorfall zurück denken müsste fiele mir nur der mit Reita ein. Wobei der eigentlich alles andere als zum lachen war. Aber es war damals einfach so herrlich dämlich gewesen das wir alle lachen mussten. Außer Reita natürlich aber der hatte ja auch alles abbekommen.

An diesem Abend hatten wir einen Auftritt in einem Club und hatten uns dementsprechend gut darauf vorbereitet. Wir waren allesamt pünktlich zur Bandprobe erschienen und hatten sage und schreibe zwanzig Minuten geprobt ehe Uruha es für angemessen hielt darauf anzustoßen. Das war in einer einzigen Orgie geendet und wir hatten schon ein paar Promille als wir auf die Bühne gegangen waren.
Allerdings musste man dazu sagen dass wir nicht besoffen waren. Vielleicht nur etwas angeheitert.

Der Auftritt verlief auch so weit ganz gut. Das Publikum ging voll ab und alle von uns waren richtig gut drauf und voll in ihrem Element. Das heißt bis wir zu dem Song ‚The Social Riot Machines’ kamen.
Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht dass die Leute uns lieben würden. Vor allem da es erst unser dritter Auftritt in der Öffentlichkeit fern des stinkenden Kellers war.
Es endete auf jeden Fall damit dass ich etwas auf mich zufliegen kommen sah und mich reflexartig duckte.
Dummerweise stand Reita direkt hinter mir der das Geschoss – einen BH mit hässlichen Blümchenmuster – voll in die Visage bekam, woraufhin er zu Boden ging. Begleitet von einem abartigen Quietschen in den Boxen das sein Bass beim Fall erzeugt hatte.



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