reflections

Ich wurde wiedergeboren – Kapitel 4
Immer diese Begegnungen!

Ich bin nicht auf der Welt,
um zu sein,
wie Andere mich gerne hätten.




Mir blieb anscheinend echt nichts erspart. Kaum dachte man dass man seine Ruhe hatte, tauchte die nächste Arschgeige auf und versaute einem das Leben.
Dabei gab es bei mir gar nichts mehr zu versauen. Der Tag war eh schon gelaufen.
Aber nein, jetzt musste auch noch Toshiya hier aufkreuzen. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre hatte er auch noch Kyo im Schlepptau.

„Was machst du denn hier?“ kam die selten dämliche Frage aus Totchis Mund und ich hätte ihm im Moment am liebsten eine auf die Fresse gehauen.
„Weißt du, Ruki ist eigentlich gar nicht da. Tu einfach so als hättest du ihn nicht gesehn“ mischte sich Aoi ein und von Uruha kam nur ein Grinsen.
Leider muss man dazu sagen das Toshiyas Blödheit wirklich alles übertraf. Und somit checkte er das auch nicht wirklich. Was in einem Desaster endete.

„Daiiiii~ guck mal wer hier ist“ brüllte er durch den gesamten Laden und ich sackte förmlich in mich zusammen.
Warum zur Hölle gab sich eigentlich jeder größte Mühe mich wie einen Vollidioten aussehen zu lassen? Dabei mussten sie das nicht mal. Ich kam mir sowieso die meiste Zeit wie ein absoluter Idiot vor.

Dass Die seinen Arsch auch noch hier her bewegte machte die Sache nicht besser und ich versteckte mein Gesicht einfach hinter Aois Rücken. Vielleicht hatte ich noch Glück und meine geringe Körpergröße würde mein Vorteil sein.
War sie natürlich nicht, warum sollte ich auch mal Glück haben. Wäre ja zu viel verlangt gewesen einmal unsichtbar zu sein.

„Ruki, was für ne Überraschung“ lächelte mich Fußgängerampel an und ich verdrehte die Augen ehe ich wieder hinter Aois Rücken zum Vorschein kam.
Ja, tolle Überraschung. Hatte ich schon mal erwähnt dass ich Überraschungen hasste? Das war genauso wie mit der Überraschung als ich Aoi kennen lernte. Das war nämlich eine sehr schmerzvolle Überraschung gewesen.

Und zwar fing es so an das ich deprimiert und absolut am Boden zerstört in einer Gasse herumkroch um mein Handy zu finden das mir runter gefallen war.
Was an sich noch nichts Schlimmes war. Es war Winter, es war kalt und es war verdammt noch Mal dunkel.

Mein Handy fand ich erst nach einer halben Stunde wieder und war auch dementsprechend froh. Zumindest innerlich. Außen sah ich wahrscheinlich immer noch absolut hohl und leer aus.
Was mich nicht im Geringsten wunderte. Immerhin wurde ich von meinen angeblichen Freunden verraten und von meinem Freund verlassen. Zu allem Überfluss auch noch mit einer Scheiß Begründung.

Das einzige was ich wollte war möglichst schnell nach Hause und in meinem Zimmer Schimmel ansetzen.
Daraus wurde leider nichts.
Denn kaum das ich mich aus der Gasse zu bewegen versuchte sah ich etwas auf mich zukommen das mich mitten im Gesicht traf.
Woraufhin ich zu Boden ging und dort auch liegen blieb. Bewusstlosigkeit war was Tolles.

Als ich wieder zu mir kam befand ich mich in dem merkwürdigsten Zimmer da ich je gesehen hatte. Es war absolut dunkel. Und das lag nicht daran das es zwei Uhr morgens war so wie mir der Digitalwecker berichtet hatte.
Es lag daran dass das ganze Zimmer absolut schwarz gehalten war.

Als meine Augen sich weiter umsahen trafen sie auf andere und ich rutschte reflexartig ans Ende des Bettes zurück ehe ich die Person anstarrte die mich anstarrte ehe sie vor dem Bett auf die Knie fiel.

„Es tut mir so wahnsinnig leid das ich dich k.o geschlagen hab, ehrlich! Ich hab dich für nen Vergewaltiger, Dieb oder sonst was gehalten. Es tut mir so leid“

Meine Augenbraue wanderte nach oben und ich betrachtete das Visu das vor mir auf dem Boden rum kroch.
Okay, er hatte mich verwechselt. Und mich anscheinend mit seiner Handtasche k.o geschlagen. Was anderes das ähnlich schwer war konnte ich mir bei ihm beim besten Willen nicht vorstellen. Denn der Typ sah alles andere als kräftig aus.

So kam es das Aoi und ich uns durch diesen Zwischenfall angefreundet hatten. Es war wohl eher eine seltsame Begegnung gewesen. Zumindest konnte keiner behaupten einen seiner besten Freunde ähnlich kennen gelernt zu haben. Und da war ich auch heil froh drum. Ich stand nicht so auf Trend. Trend war scheiße.

„Ja, tolle Überraschung“ gab ich lustlos von mir und nahm einen Schluck von meinem Getränk. War doch nur noch scheiße.
Was bildete sich der Typ eigentlich ein ausgerechnet hier wegzugehen.

„Wollen wir nicht ne Runde tanzen?“
In diesem Moment fragte ich mich wirklich ob Blödheit ansteckend war. Früher war mir immerhin nie aufgefallen das Die Toshiya in Sachen Blödheit schon bald um Längen überholte.
„Gevatter Tod, ich will dir doch nur deine knochigen Flossen schütteln. Wo bist du?“ gab ich verzweifelt von mir und Kyo der nun hinter Die stand grinste.

„Komm wir tanzen“ meinte Die fröhlich und grabschte nach meinem Arm, den er nicht wirklich zu fassen bekam.
„Lass deine schleimigen Flossen von ihm oder wir rücken gewaltig zusammen“ knurrte es links neben mir und ich sah zu Reita der sich im Moment anscheinend mit Gewalt zurückhielt Die nicht eins in die Fresse zu hauen.

Für meinen Geschmack war der Ausdruck in Reitas Augen nicht wirklich der Beste. Um genau zu sein war es jener den ich nie wieder sehen wollte.
Man konnte nämlich wirklich behaupten das Rei in seinem bisherigen Leben genug Scheiße gebaut hatte. Und ich war von einer Zeuge geworden. Seit dem wünschte ich mir wirklich diesen Ausdruck in den Augen von ihm nie wieder sehen zu müssen.

„Wer bist du eigentlich das du dich ständig einmischen musst? Sein Lover oder was? Ziemlich schlechter Geschmack Taka“

Anscheinend hatte Die als einziger noch nicht kapiert das ich diesen Namen hasste. Toshiyas Intelligenz reichte wenigstens so weit dass er mich mit Ruki ansprach. Himmel Herrgott, was war daran nicht zu kapieren?
Außerdem empfand ich es nicht gerade als angebracht Reita zu provozieren. Vor allem nicht indem man ihn als meinen Lover hinstellte. Ich nahm einfach mal an das er das nicht leiden konnte. Getestet hatte das bis jetzt Gott sei Dank noch keiner.

„Wie war das?“ zischte es auch schon und Reita erhob sich während Uruha die Hände über dem Kopf zusammen schlug.
Ja, der Meinung war ich allerdings auch. Ich hatte wirklich kein gutes Gefühl bei der Sache. Und die Scheiße bestätigte sich auch noch als Die Reita eine in die Fresse schlug das der gegen den Tisch rumpelte.

Das dass Ganze in einer Schlägerei ausartete musste ich nicht wirklich erwähnen. Aoi, Uruha und ich waren aufgesprungen und versuchten die Beiden auseinander zu kriegen, was nicht wirklich funktionierte, da die Beiden aufeinander losgingen wie die Kampfhähne.

„Verdammt Die, lass ihn in Ruhe“ fauchte ich und hängte mich an seinen rechten Arm, was Reita als Anlass nahm ihm mit der Faust seinen Kiefer aushängen zu wollen. Zumindest sah es so aus.
Das ich mich an Die festhielt brachte mir nicht wirklich was da er mich wegschubste und ich froh war das Aoi mich auffing ehe er weiter versuchte Reita zu beruhigen.

„Wir müssen die Beiden auseinander bringen“ zischte es hinter mir und ich erkannte Kyo ehe ich nickte.
Ausnahmsweise hatte der Gnom nämlich mal Recht.

„Das Taka sich so billig hergibt hätte ich echt nicht von ihm gedacht“
Mein Blick schnellte zu Die und ich sah gerade noch wie Reita ihn packte und gegen die Wand schlug.
Himmel, verdammt noch Mal. Konnte man nicht mal mehr in Ruhe saufen gehen ohne dass irgendwas dabei in Schutt und Asche lag? Anscheinend nicht wirklich.

Keine Ahnung wo ich in meinen Gedanken war aber als ich wieder in die Realität zurück kehrte sah ich wie Reita an der Mauer am Boden hockte und Die mit einer Faust ausholte.
Und da war der Moment gekommen in dem ich es für nötig hielt mir einzugestehen dass ich an meinen jetzigen Freunden mehr hing als an meiner heilen Visage.

Meine Beine trugen mich automatisch zwischen die beiden Streithähne und ich holte aus ehe ich Die einfach eine in den Magen katapultierte. Zwar tat es mir ein bisschen Leid um das Shirt das er trug – das hatte ich ihm zum Geburtstag geschenkt und das war sau teuer gewesen – aber der Zweck heiligte bekanntlich die Mittel.

„Wag es nicht ihn anzurühren. Wenn hier einer billig ist dann du“ zischte Uruha der neben Die zum stehen gekommen war.
Dieser stützte sich auf Kyo auf, der alles andere als begeistert zu sein schien. Was mich nicht wunderte. Wir teilten ungefähr dieselbe Körpergröße von daher wusste ich auch wie es sich anfühlte Dies Gewicht tragen zu dürfen. Nämlich absolut beschissen.



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