reflections

My Code for you! – Prolog





Ich hatte damals keine Ahnung wie lange ich eigentlich durch die verschneiten Straßen gerannt war ohne eine Pause zu machen.
Die Kälte spürte ich eh schon nicht mehr. Und um ehrlich zu sein wäre es mir auch egal gewesen wenn ich sie gespürt hätte.

Das einzige was ich wollte war weg. Weit weg von dem hier. Meinem Leben und meinem Vater. Ich empfand diesen Mann als absolut schrecklich.
Nicht nur das er gesoffen hatte wie ein Loch und meine Mutter so wahrscheinlich in den Tod getrieben hatte. Nein, das wäre ja toll gewesen wenn das dass einzigste gewesen wäre.

Ich selbst wusste schon warum ich eine Abneigung gegen Männer hatte obwohl ich selbst einer war. Ich konnte ihr Erscheinungsbild nicht leiden. Von ihrem dämlichen anzüglichen Grinsen ganz zu schweigen.
Und vor allem konnte ich es nicht leiden wenn mich einer anfasste. Ich hasste das. Seit damals vor 4 Jahren hatte ich jeglichen Körperkontakt vermieden und wollte das auch dabei belassen.

Hätte ich damals gerochen was mich in Shibuya erwartete wäre ich in ein anderes Land ausgewandert. Aber Tokyo erschien mir nun einmal weit genug weg von Kyoto so dass mein Vater mich nicht finden konnte. Sollte ihm auffallen das ich überhaupt weg war.
Das war damals mein Gedanke. Und ich war froh es bis nach Tokyo und in das geniale Viertel Shibuya geschafft zu haben.

Das Viertel an sich war toll. Nur scheiße für jemanden der nicht die geringste Ahnung hatte wohin er sollte.
Und ich war so ein Jemand. Keine Ahnung wie viele Tage oder Wochen ich alleine vor mich hinvegetierte, aber es reichte mir vollkommen.
Manchmal spielte ich sogar mit dem Gedanken wieder zurück zu meinem Vater zu gehen, verwarf diesen jedoch schnell.

Mein Glück war perfekt als ich durch einen dummen Zufall Aoi kennen lernte. Der Junge hatte es tatsächlich geschafft über mich drüber zu fallen als ich auf dem Boden an einer Wand gelehnt hockte und mir gleich mal Prügel anzudrohen.
Das ich die Drohung erwiderte war eigentlich von vorn heraus klar gewesen. Ich war kein Typ der gerne auf sich rumhacken ließ, vor allem nicht von einem Visu der mich anscheinend wirklich nicht gesehen hatte, und somit selbst schuld war.

Das ganze entpuppte sich wie gesagt als Glückstreffer. Aoi war Anführer einer Gang die ein bisschen Krieg mit einer anderen hatte und beschloss einfach mich in seine Gang zu integrieren was eigentlich auch gut funktionierte.
Ein bisschen Krieg mit der anderen Gang war allerdings etwas untertrieben gewesen. Das sie sich nicht noch über den Haufen schossen oder Panzer verwendeten war wirklich alles. Sie rissen sich förmlich die Köpfe runter.

Und so kam es auch das ich denjenigen kennen lernte der mir mein Leben zur Hölle machte. Ohne es zu wissen. Oder aber er wusste es und es machte ihm Spaß. Das weiß ich bis heute nicht. Und ehrlich gesagt will ich es auch gar nicht wissen, weil es gut so ist, wie es nun mal ist.

Dieser Mensch war Reita. Er war der Boss der Eagels und das arroganteste Arschloch das ich jemals zu Gesicht bekommen hatte.
Ich lernte ihn an jenem Abend kennen als ich das erste Mal bei einem Zusammentreffen der Gangs vorhanden war. Sein Blick fixierte mich damals förmlich was mir mehr als unangenehm war.
Nicht etwa weil ich peinlich berührt war, aber ich konnte diese Blicke nicht leiden. Vor allem nicht von männlichen Subjekten.

Dass er mich ab diesem Moment auf dem Kicker hatte muss ich nicht wirklich erwähnen. Und wenn ich heute ehrlich bin, bin ich sogar froh darüber dass es so war.
Ich habe keine Ahnung was ich getan hätte wenn Reita sich in dieser speziellen Weise – sprich mir die Fresse einzukloppen – nicht für mich interessiert hätte.

Weil Reita, ist eindeutig etwas Besonderes.



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung