reflections

The Stupid Story – Kapitel 1
Der Anfang

 

 

 

 

 

Es fing alles damit an das ich beschloss von zu Hause auszuziehen. Ich hatte weiß Gott nichts gegen meine Eltern oder ihre chaotische Art mir zu zeigen das sie mich lieb hatten – was meistens ins Gegenteil umschlug – aber ich war einfach ein Mensch der seine Freiheiten brauchte.

Um genau zu sein ein 20-jähriger Mensch der seine Freiheiten brauchte.

Wie man mit 20 noch zu Hause wohnen konnte war mir ein ewiges Rätsel. Auch wenn ich leider Gottes selbst dazu gehörte.

Zu meinem Glück gehörte ich nicht zu der Spezies von männlichen Subjekten die sich mit Hornbrille und Strickpullunder bewaffnet an Mamis Arsch klammerten und bis zu ihrem 60. Geburtstag den Arsch nicht aus dem Haus bekamen. Gott sei Dank nicht.

 

Das Ende vom Lied war das ich ganze 2 Monate täglich über diesem verdammten Tagblatt hockte und versuchte das Kleingeschriebene zu entziffern wenn ich eine Wohnung gefunden hatte die für mich akzeptabel war. Leider fand ich keine.

In meiner Verzweiflung rief ich bei einer Nummer an die unter einer Anzeige für ein Zimmer in einer WG klebte. Und es ging auch wer ans Telefon. Nur wusste ich nicht ob mich das was ich da hörte abschrecken oder aufbauen sollte.

 

~*Flashback*~

 

Ich rief bei besagter Nummer an um wenigstens eine Möglichkeit zu haben von zu Hause zu flüchten. Meine Eltern trieben mich langsam aber sicher in den Wahnsinn und ich konnte auch nicht behaupten dass ich gerne einen Zug knutschte. Also blieb mir nur die Option übrig das ich möglichst schnell, möglichst heimlich auszog und das möglichst erfolgreich.

 

Zu meinem Glück wurde auch am anderen Ende der Leitung abgenommen. Nur wusste ich im nächsten Moment nicht ob das wirklich Glück war oder nicht.

 

„Jaaaaa~?“ stöhnte, keuchte – was auch immer – etwas in den Hörer was mich allein schon stutzig machte.

„Ähm…hallo. Ich wollte mal nachfragen ob das Zimmer in der WG noch frei ist und…“

Zu mehr kam ich nicht.

 

„Oh ja, warte mal kurz“

Ich hörte ein Klappern und im nächsten Moment einen Aufschrei, der sich sehr schmerzvoll anhörte.

 

„Yu verflucht lass deine Griffel von meinem Gürtel, such dir was anderes. Du bist ja total dicht.“

Meine Augenbraue wanderte nach oben und ich überlegte ob es nicht gesünder wäre wieder aufzulegen. Das schadete ja der Psyche.

„Verdammt, lass Shin da raus. Der kann nichts dafür das du zu dumm bist nen Weib aufzureißen“ wetterte es dann weiter und ich war wirklich kurz davor dieses Nicht-Gespräch zu beenden als ich wieder das Klappern hörte woraus ich schloss das irgendeine Person den Telefonhörer genommen hatte.

 

„Hallo?“ fragte es in die Leitung und ich hob eine Augenbraue. Okay, definitiv nicht der Typ von gerade, sondern irgendwas mit ner tieferen Stimme.

„Ähm…ja. Das Zimmer in der WG? Ich wollte fragen ob das noch frei ist“

 

Stille.

Himmel, ey. Meine Nerven waren wirklich am Ende.

„Ja das ist noch frei. Es tut mir übrigens Leid das hier gerade so ein Chaos ist aber…“

„Passt schon. Ich war nur…irritiert“ grinste ich dann ins Telefon.

Wer auch immer dieser Typ war der da an der Leitung hing, er war definitiv sympathisch und anscheinend auch ansatzweise normal.

Ganz konnte er es nicht sein wenn er mit solchen Typen zusammen wohnte.

 

„Ich bin übrigens Luminor. Und ich bin mir sicher dass wir uns gut verstehen werden. Du hast das Zimmer“

Jetzt lag es an mir zu schweigen.

„Ich hab das Zimmer?“ fragte ich nach.

„Ja, wer bei so was nicht freiwillig auflegt ist entweder total verzweifelt oder aber passt dazu.“

 

Es tat mir ja leid aber ich musste einfach lachen. Der Satz war einfach zu geil und ich konnte mir förmlich die Gesichtszüge vorstellen die mein Gesprächspartner dazu aufgelegt hatte.

„Ich bin Kiro und man könnte sagen ich bin Beides“

 

~*Flashback Ende*~

 

So kam es das ich hier nun inklusive meines heiß geliebten Autos vor dem Wohnblock stand und zu der Feststellung kam das ich vergessen hatte zu fragen wo zur Hölle ich eigentlich klingeln sollte.

Das war doch die größte Scheiße was mich auch dazu veranlasste zu fluchen und gegen den Bordstein zu treten.

Mein Auto würde ich niemals treten, das konnte nämlich erstens nichts dafür und zweitens liebte ich das Ding mehr als ich meine Ex-Freundin je geliebt hatte.

 

„Ich werde wahnsinnig. Ich weiß es. Wie blöd kann man eigentlich sein um nicht nachzufragen wo man klingeln muss. Mein Leben geht den Bach runter. Und wusch weg isses“ redete ich vor mich hin während ich langsam aber sicher in mich zusammen sank.

 

Ich war auf alles gefasst. Das die Bullen kamen und mein Auto abschleppten, mich weiße Männchen aufgrund meiner Selbstgespräche in die Klapse beförderten und sogar darauf das meine Eltern plötzlich hier standen und mich mit Ach und Krach nach Hause zerrten. Aber nicht damit.

 

Zwei Arme schlangen sich von hinten um mich und drückten mich an den Körper der wohl oder übel dazu gehörte. Was mich dazu brachte einen Schrei loszulassen.

Dummerweise hatte ich die Angewohnheit immer alles zu schlagen was mich überfiel. Und so kam es eben das ich dem Etwas das mich umarmte meinen Ellenbogen in die Seite rammte worauf ich auch losgelassen wurde.

 

„Ich seh es schon kommen das ich dich niemals von hinten umarmen werde“

Die Stimme kam mir sehr bekannt vor und so drehte ich mich um wo ich gleich mal jemanden vor mir hatte der ziemlich durchtrainiert war und sich die Seite hielt. Somit eindeutig derjenige den ich geschlagen hatte. Daneben stand etwas das sich als männliche Person herausstellte mit den perfektesten gezupften Augenbrauen die ich jemals gesehen hatte. Außerdem wirte es – sorry, er – auch noch sehr elegant.

 

„Ich bin Luminor. Und dein Opfer hier ist Yu“

Man musste nicht erwähnen das mir das erstens etwas peinlich war und ich zweitens aber sehr froh war wenigstens jemanden getroffen zu haben der mir sagen konnte wo ich hin musste. Denn wenn die Beiden da wohnten mussten sie es wissen.

 

„Ähm…ja. Ich mag das nicht“ war der einzige Kommentar den ich von mir gab ehe ich mit den Schultern zuckte was Luminor zum lachen brachte.

Der Kerl war mir wirklich wahnsinnig sympathisch.

„Ich finde es sehr positiv das Yu jetzt endlich mal jemanden getroffen hat der sich wehrt“

Von eben Genanntem kam ein Schmollen was mich grinsen lies.

 

„Yu, hilf ihm die Koffer hoch zu tragen“ bestimmte Luminor einfach.

Man musste sich folgende Szene vorstellen. Vorne raus ging Luminor von dannen Richtung Haustür, danach ging Yu mit dem meisten Gepäck.

Und ganz hinten ich mit gar keinem Gepäck da mir einfach alles abgenommen worden war. Sehr praktisch irgendwie.

Sollte mir recht sein.

 

Während wir zur Wohnung hochliefen stellte ich fest dass wir im 9. Stock wohnten und keinen Aufzug besaßen. Okay, wir besaßen einen aber der war laut Yu von 365 Tagen im Jahr 360 Tage kaputt.

Allerdings störte mich so was nicht wirklich. Außer ich hatte Promille ohne Ende und wusste nicht mal mehr wie Stufen aussahen.

Dann wurde es ein Problem.

 

Luminor schloss die Wohnung auf und ich lief den Beiden einfach hinterher. Um genau zu sein Yu, da Luminor einen Abstecher in die Küche machte um Kaffee zu besorgen.

Von Yu erfuhr ich auch das er keinen Kaffee mochte. Und somit war Luminor der erste der Spezies Kaffee-Hasser, die ich in meinem jungen Leben traf. Eine der faszinierendsten Begegnungen die ich je hatte. Aber in dem Kaff in dem ich davor gewohnt hatte war das einzige Faszinierende ich gewesen. Zumindest für andere.

 

In meinem Zimmer angekommen stellte Yu alle Koffer auf den Boden und drehte sich dann um, um wieder zu gehen wo er natürlich in mich reinknallte. Das lag aber auch einzig und allein daran das ich direkt hinter ihm stand und nicht gerade der Größte war.

„Au“

„Selber Au“ murrte ich und rieb mir die Nase. Wie viel musste man eigentlich trainieren um so nen stählernen Oberkörper zu kriegen? Das war ja schon unheimlich. Hatte der vielleicht kein eigenes Hobby oder vielleicht sogar nicht mal ein eigenes Leben?

 

„Gehen wir Strüfi ‚Hallo’ sagen“ grinste Yu mich stattdessen an und schliff mich hinter sich her ins Wohnzimmer.

„Strüfi guck ich bring dir was“ lachte er dann und jammerte im nächsten Moment ehe er auf einem Bein durch den Raum hopste und sich bei dem anderen das Schienbein hielt.

Anscheinend hatte ‚Strüfi’ ihm gegen das Schienbein getreten. Mein Blick wanderte zu besagter Person die Yu sauer anstarrte und mich dann anscheinend auch entdeckte.

Ich fand das faszinierend wie schnell sich sein Gesichtsausdruck aufhellte und er auf mich zu kam und mir die Hand reichte.

 

„Hör nicht auf ihn. Ich heiße Strify, nicht Strüfi“ murrte er dann in Yus Richtung und ich musste einfach lachen.

Es tat mir ja Leid für Strify, aber das sah einfach zu geil aus. Allerdings glaube ich nicht dass er es mir übel nahm, denn er grinste selber.

„Und das da is Shin. Der is eigentlich immer voll ruhig. Aber manchmal ist der so hyperaktiv ey. Das nervt schon richtig. Und jetzt steh da nicht so rum wie abgeschossen sondern hock dich hin“

 

Der Redeschwall war einfach unglaublich. Und ich wurde das Gefühl nicht los das ich mich mit Strify sehr gut verstehen würde. Wir redeten beide ungefähr gleich viel. Was viel Stoff zum Reden gab. Das heißt wenn wir uns nicht dauernd gegenseitig unterbrachen.

Mit relativ viel Schwung wurde ich zum Sofa gezerrt und auch schon drauf gedrückt wo ich mich sofort mit Shin konfrontiert sah.

„Ähm…Kiro“ meinte ich deswegen nur und reichte ihm die Hand die er auch relativ schüchtern entgegen nahm.

 

Ich sahs schon kommen. Ich würde zur Mutti schlecht hin mutieren. Wenn ich nämlich einen Fimmel hatte außer Unordnung zu schaffen und morgenmuffelig zu sein, dann war es der prinzipiell immer auf Schüchterne, Schwächere oder sonst was aufzupassen.

Der Junge tat mir jetzt schon leid. Ich konnte nämlich unter gewissen Umständen zur Furie mutieren wenn man Schwächere oder Kleinere runtermachte.

 

„Ich bin irgendwie voll die Miniaturausgabe“ gab ich nach einer Weile von mir wo ich die Jungs studiert hatte und erntete fragende Blicke.

Das veranlasste mich dazu aufzustehen und mich neben Strify zu stellen wo ich meine Handfläche von meinem Kopf aus zu ihm rüber wandern ließ.

„Ey…du bist echt voll Mini“ kam es dann von Yu was ihm einen bösartigen Blick von mir zuteil werden ließ.

„Ich find das voll geil“ lachte Strify los und umarmte mich so heftig das ich Probleme mit meiner Luftzufuhr bekam.

 

„Strify. Lass Kiro leben“ kam es von der Tür in welcher Luminor mit meinem Kaffee erschienen war den er mir in die Hand drückte nachdem er Strify von mir weg gepflückt hatte. Dafür war ich ihm auch sehr dankbar.

 

„Du Kiro sag mal, was machst du morgen?“

Ich sah Strify an während ich mit den Schultern zuckte.

„Gar nichts wieso?“

„Dann gehen wir shoppen“

 

 



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